Fährverein besucht Brobi in der Seehundstation Norddeich (Fotos s. auch unter "Heuler Brobi")

PM vom 30.06.2010: Brobi bereitet sich in der Seehundstation Norddeich auf seine Auswilderung vor
Am Fähranleger der historischen Prahmfähre Helmut Hudaff in Brobergen hören die ehrenamtlichen Fährmänner mehrmals täglich die Frage: Wie geht es Brobi? Das Interesse am Schicksal des jungen Heulers ist groß , nachdem der Verein über den außergewöhnlichen Fund berichtet hatte. Brobi war Ende Juni am Fähranleger Brobergen, rund 60 Kilometer von der Elbmündung entfernt, aufgefunden und in die Seehundstation Norddeich gebracht worden. Mit der Station hielt der Verein über den verantwortlichen Tierpfleger Tim Fetting Kontakt und wurde über die Fortschritte des kleinen Seehundes regelmäßig informiert.
Und Brobi machte gute Fortschritte. Wog er bei seiner Ankunft in der Seehundstation Norddeich am 30. Juni noch 8,8 Kilogramm so brachte er zur Zeit seines ersten Fernsehauftrittes im Magazin buten un binnen am 20. Juli bereits 12,1 Kilogramm auf die Wage. Zu verdanken ist dies vor allem der aufopfernden Pflege durch Tim Fetting und seine Kollegen. In der Station wurde Brobi nach eingehender ärztlicher Untersuchung zunächst ins Waloseum in Quarantäne gebracht. Anschließend siedelte er über in die Seehundstation wo er momentan mit 80 anderen jungen Seehunden von den Mitarbeitern und Helfern aufgepäppelt wird.
Nun stand aber ein persönlicher Besuch bei Brobi an. Dazu fuhren die erste Vorsitzende des Fährvereins Corinna Kolf und Fährmann Holger Göbel am Mittwoch 28.07. nach Norden und folgten damit einer Einladung von Tim Fetting. Nach 3, 5 Stunden Fahrt gab es dann ein freudiges Wiedersehen mit dem niedlichen Seehundbaby. Stolz zeigte der Pfleger nach der Begrüßung den Gästen welche Fortschritte Brobi seit seiner Ankunft gemacht hat. Das wackere Kerlchen wiegt inzwischen 13,4 Kilogramm. Statt per Magensonde, mit einem Brei aus Fischbrei und Hundemilch, wird das Jungtier inzwischen bei der zweimal täglichen Fütterung mit zwei bis drei Kilogramm Fisch aufgepäppelt. Gerne isst Brobi die Fische noch nicht, er fand den Brei viel wohlschmeckender. Bis zu seiner Auswilderung in die Nordsee muss er allerdings noch einige Fische zu sich nehmen. Er benötigt dazu ein Gewicht von 25 Kilogramm. Anfang Oktober wird es wohl für Brobi so weit sein, dann geht es zurück in die Freiheit. Wer Brobi und seine Artgenossen besuchen möchte, kann dieses gerne tun. Die Öffnungszeiten der Seehundstation Norddeich sind täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr. Fütterungen finden statt um 11.00 und 15.00 Uhr.
Adresse: Dörper Weg 24, 26506 Norden-Norddeich, Telefon: 04931/89 19
www.seehundstation-norddeich.de
Ferienspaßaktion auf der Prahmfähre
Nächste Generation von Fährleuten steht bereit

Ein voller Erfolg war die Ferienspaßaktion des Fähr- und Geschichtsvereins Brobergen und Umgebung e.V. in Zusammenarbeit mit dem Oldendorfer Jugendpfleger Stefan Schlei. So absolvierten am Dienstag vierzehn Jungen und Mädchen im Alter von 8 – 12 Jahren ihr Prahmfährenpatent. Niemand störte sich daran, dass es sich hierbei natürlich nicht um ein amtlich gültiges Patent handelte. Die angereisten Kinder nahmen ihre Aufgabe sehr ernst. An Bord der historischen Fähre unterwies die Fährmänner Marcus Buck, Klaus Staiger und Holger Göbel die Prüflinge im Umgang mit der Fähre. Nebenbei erfuhren die Kinder auch von den historischen Anfängen Brobergens aus der Zeit um 1270 als Otto II. eine Burg an der Fährstelle erbauen ließ. Praktisches Geschick bewiesen die angehenden Fährleute beim Knüpfen verschiedener Knoten. An den praktischen Teil schloss sich eine theoretische Prüfung in Form von zehn Fragen an. Hier konnten die Kinder beweisen wie aufmerksam sie zugehört hatten. Alle Prüflinge, darunter auch zwei Mädchen, meisterten die Angelegenheit mit Bravour. Nach getaner Arbeit stärkten sich alle gemeinsam bei Saft und Kuchen, den Schatzmeisterin Antje Rieckmann und Tochter Ann-Kathrin gebacken hatten. Den Abschluss bildete die feierliche Überreichung der Prahmfährenpatente, einer Fährmannsnadel, sowie einer Anleitung zum Knotenknüpfen. Als die Jungfährmänner schließlich ans Broberger Ufer zurück gebracht wurden, wirkten sie stolz und glücklich. Auch das Team des Vereins freute sich über eine gelungene Aktion zum Ferienspaß 2010 und vereinbarte mit dem Jugendpfleger weitere künftige Aktionen an der Fähre, so Corinna Kolf, Vorsitzende des Vereins. Die nächste Generation von Fährmännern steht nun bereit und vielleicht fährt der eine oder andere von ihnen in ein paar Jahren tatsächlich den historischen Fährprahm.